Quelle: Wolfsburger Kurier, 27.1.2008
VORSFELDE
(gö). In
Vorsfelde sind die Aller-Feuchtwiesen scheibchenweise verbaut worden.
Demnächst wird mit dem "Fressnapf' ein weiteres Grundstück
versiegelt. Naturschützer dringen
darauf einen Ausgleich zu schaffen.
Michael
Kühn vom NABU Wolfsburg und Stefan Ludwig vom Vorsfelder Angel- und Gewässerschutzverein
sind sich einig: In Vorsfelde wurden viele Bausünden begangen, denn in
Oberschwemmungsgebieten sollte nicht gebaut werden.
Den Bau des großen Lidl-Parkplatzes und die geplante Ansiedlung des Fressnapfes auf einer bislang brach liegenden Wiese im Überschwemmungsgebiet konnten die Naturschützer nicht verhindern. Kühn: "Wir haben jahrelang dagegen angekämpft, aber das ist jetzt gelaufen." Noch bis in die 70er Jahre hinein sei auf den Feuchtwiesen der Aller in Vorsfelde der Storch herumgelaufen. "Diese Fläche ist nun für die Natur entwertet", sagte Kühn.
Deshalb
müssten nun dringend Ausgleichsmaßnahmen geschaffen werden, zumal diese sogar
gesetzlich vorgeschrieben sind.
So
sieht der Plan der Arbeitsgemeinschaft der Wolfsburger Naturschutzverbände aus:
Im Bereich der Vorsfelder Kötherwiesen zwischen B188 und Mittellandkanal soll
die Aller mit neu angelegten mäandernden Seitenarmen großflächig
revitalisiert werden. Diese Fläche
würde gleichzeitig dem Hochwasserschutz dienen, denn sie könnte bei Überschwemmungen
viel Wasser aufnehmen, was die Häuser am Bruchgartenweg entlasten würde.
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würde ebenfalls die Artenvielfalt, denn auf diese Weise würde laut Kühn ein
"super Trittsteinbiotop' entstehen - ein solches durchgehendes natürliches
Band zwischen Drömling und Barnbruch ist f ür Tiere besonders wichtig, um ihr
genetisches Material auszutauschen. In
Windeseile würden sich dort Biber und Fischotter ansiedeln, die zu beobachten
auch für die vielen Spaziergänger attraktiv wäre Kühn
lobte in diesem Zusammenhang die jüngsten Ausgleichsmaßnahmen von Stadt und
Volkswagen im Bereich der Allerniederung zwischen Kästorf und Warmenau als
gelungenes Vorbild der Renaturierung. Die
Naturschützer hoffen bei der Verwirklichung des Vorhabens auf Unterstützung
des Vorsfelder Ortsrates, schließlich winken sogar Fördermittel des Landes zum
Hochwasserschutz, die für die Baumaßnahmen eingesetzt werden könnten. |
Des
weiteren plädiert die Arbeitsgemeinschaft der Wolfsburger Naturschutzverbände
für eine Fällung der restlichen zwölf Hybridpappeln an der Allerbrücke, um
sie durch Eichen, Eschen und Erlen zu ersetzen.
Denn die Pappeln bieten der heimischen Tierwelt wenig und stellen außerdem
für die Spaziergängereine Gefahr dar: "Einige morsche Äste sind schon
abgebrochen".
| Geplantes Einkaufszentrum: An der Meine in
Vorsfelde
Wertvolle Natur scheibchenweise vernichtet!!! Wolfsburger Nachrichten, 21. Mai 2003 Hochwasserproblem hausgemacht Biotop vor Augen : Naturschützer warnen vor weiterer Ausdehnung der Parkplätze An der Meine
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| An dieser Stelle ist heute Lidl und ein Großparkplatz Foto: Wolfgang Blass |