Der Barnbruch

 

Der Barnbruch im Aller-Urstromtal ist ein Feuchtgebiet westlich Wolfsburgs. 

Drei Naturschutzgebiete liegen im Barnbruch:

Karte auf Basis der Umweltkarten Niedersachsen https://urls.niedersachsen.de/179b6
Karte auf Basis der Umweltkarten Niedersachsen https://urls.niedersachsen.de/179b6

 

Alle drei Naturschutzgebiete dienen „dem Schutz des FFH-Gebietes 090 "Aller (mit Barnbruch), untere Leine, untere Oker" und des EU-Vogelschutzgebietes V47 "Barnbruch".

 

 

Das FFH-Gebiet Aller, untere Leine, untere Oker und das EU Vogelschutzgebiet Barnbruch sind internationale Schutzgebiete, zu deren Schutz und Pflege die Bundesrepublik Deutschland und das Land Niedersachsen besonders verpflichtet sind. Sie sind Bestandteil von Natura 2000, dem größten ökologischen Schutznetz weltweit.

 

 

Der Barnbruch ist neben dem rund 15 km östlich gelegenen Drömling das ökologisch wertvollste Niederungsgebiet im Oberlauf der Aller.

 

Auf rund 1.500 ha Fläche finden sich

  • Bruch- und Auenwälder
  • Feuchtgrünland und Röhrichte
  • Stillgewässer und Altarme der Aller
  • kleinräumige Dünen mit trockenen Sandrasen

Durch diese Kombination ist er besonders wertvoll für Vögel, Amphibien und Insekten.

 

Geschichte

Ehemals ein reines Sumpf- und Bruchwaldgebiet, wurde der Barnbruch durch Entwässerungsgräben und den Bau des Allerkanals Mitte des 19. Jahrhunderts großflächig entwässert.

© OpenStreetMap Mitwirkende. https://www.openstreetmap.org/relation/123735
© OpenStreetMap Mitwirkende. https://www.openstreetmap.org/relation/123735

Durch das Absinken des Grundwassers sind die Sumpfwälder bis auf kleine Reste verschwunden. An ihrer Stelle wurden standortuntypische Kiefernforsten angelegt.

 

Reste des Moorkörpers sind jedoch noch vorhanden, und der Barnbruch fungiert weiterhin – eingeschränkt – als Grundwasserspeicher. Erfahrungen des Zweckverbandes „Natur- und Kulturlandschaft Drömling“ in Sachsen-Anhalt zeigen, dass eine Renaturierung weiterhin möglich ist.

 

Kranich, Schwarzstorch, Seeadler sind mit Glück noch zu beobachten und geben eine Ahnung von der fantastischen Vogelwelt, für die der Barnbruch einmal bekannt war.

 

Die aktuelle Situation

Im Rahmen von Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen durch die Stadt Wolfsburg, Volkswagen AG und die Niedersächsischen Landesforsten laufen auf einem Teilgebiet seit einigen Jahren Renaturierungsmaßnahmen: im östlichen Barnbruch werden Gräben geschlossen, Kiefern entnommen, Stieleichen gepflanzt. Der Wasserstand steigt.

 

Unsere Ziele

Der Barnbruch ist als Wasserspeicher in Zeiten des Klimawandels unverzichtbar.

 

Durch eine schrittweise Renaturierung und Wiedervernässung einer möglichst großen Fläche soll Wasser länger im Wald gehalten werden, um den natürlichen Wasserhaushalt wieder herzustellen und den verbliebenen Moorkörper zu erhalten.

 

Ein feuchter Eichen-Mischwald mit Bruchwaldanteilen soll die Kiefernforsten ersetzen.

 

Das Land Niedersachsen, als alleiniger Eigentümer des Barnbruchswaldes, könnte so seinen gesetzlichen Verpflichtungen zum Erhalt dieses Waldgebietes nachkommen. Könnte, aber leider führt das Land die Renaturierungen nicht weiter und riskiert so einen weiteren Verfall dieses ehemals so herausragenden Waldgebietes. Nur auf externe Geldgeber zu warten ist zu wenig. Das Land Niedersachsen kommt den Verpflichtungen zum Erhalt dieses europäischen Schutzgebietes seit Jahrzehnten nicht nach!  Mehrfache Apelle des NABU an das Land Niedersachsen (Ministerium Umwelt und Landwirtschaft), endlich etwas zum Schutz des Barnbruchswaldes zu unternehmen, verliefen erfolglos. 

 

Der NABU

Der NABU Wolfsburg ist seit über 30 Jahren aktiv, um das NSG Barnbruchwald als Hotspot der Artenvielfalt zu erhalten. 

 

Der NABU hat gemeinsam mit den Städten Gifhorn und Wolfsburg und anderen das Landwirtschafts- und das Umweltministerium in Hannover aufgefordert, Gelder zum Erhalt dieses Gebietes bereitzustellen. Es sind noch nicht einmal direkte Gelder nötig, eine Umbuchung im Haushalt des Landes würde schon reichen, wenn man denn will.

 

Helfen Sie uns, den Barnbruch zu erhalten!

 

Quellen

 

(NABU Wolfsburg / es, bg)